-Nur wenige Vogelspinnen-Arten können außer Lokalreaktionen systemische neurologische Wirkungen hervorrufen(Poecilotheria sp., Selenocosmia sp., Pterinochilus sp., Stromatopelma sp.)

LOKAL
Schmerzen, meist wie Bienen/Wespenstich, evtl.
schmerzlos bis extrem stark (z. B. Selenocosmia sp.);
länger dauernd ( meist bis 30 min; Poecilotheria sp. bis
8 Tage!
); Schwellung bis massives Ödem und Lymphknoten-
schwellung möglich.
lokale Symptome werden z.T. auch rein mechanisch durch
Giftklauen der Spinne verursacht!

SYMPTOME
-POECILOTHERIA sp. verursacht Muskel-Krämpfe am ganzen
Körper mit Atemnot für 1 Tag, Schwellungen in Umgebung
der Bißstelle bis zu 8 Tage; Schmerzaustrahlung in lokale
Lymphknoten möglich
Symptomatik tritt evtl. zum Biß verzögert auf

-PTERINOCHILUS sp. verursacht starkes Brennen über 1 h
Schmerzausbreitung bei Biß in Hand aufsteigend bis
zu axillären Lymphknoten berichtet; darauffolgend Taubheitsgefühl

TOXIN
Glutaminsäure, Gamma-Amino-Buttersäure,
stark basische Verbindungen
(Spermin, Trimethyldiamin + p-Hydroxyphenylbrenztraubensäure)
Putreszin, Kadaverin
Pterinochilus sind einzige mit Neurotoxin

THERAPIE

-- LOKAL: Wunde säubern, auf Superinfektion achten
-- MUSKELKRÄMPFE: in einem Fall war Ca + Mg iv + Baclofen
wirksam und verbesserte auch die Atemsituation
- BRENNHAARKONTAKT:
-HAUT: Urtikaria, papuläre Dermatitis, Juckreiz kann meh-
rere Monate anhalten!
-AUGE: Keratitis, Konjunktivitis, Iritis, chorioretinale
Narbenbildung>>>Auge-Spaltlampenuntersuchung;
topische Kortikosteroide empfohlen
bei Augenkontakt mit langsamer Dosisreduktion über Monate; Besserung der Entzündung in 48 h; Resorption über 10 Mon.
-PULMO: nach Aspiration Atembeschwerden; Fremdkörper-
reaktion und Pneumonien.

BISSBERICHT
(Poecilotheria regalis)
nach dem Biss in den Handrücken wurden die Finger gefühllos und die Schmerzen(trotz Kühlen) so stark, dass der Patient ins Krankenhaus musste und dort 2 Tage stationär behandelt wurde(Gefahr von Atemnot). Es sei angemerkt, dass er in die Toxikologie-Abteilung des Krankenhauses verwiesen wurde, da die Ärzte der Notaufnahme nicht weiterwussten... Desweiteren berichtete man von starken Muskelkrämpfen am ganzen Körper und einer Kraftlosigkeit, sodass der Patient nach eigener Aussage selbst noch Tage danach Probleme hatte, eine Flasche zuzudrehen oder Brot zu schneiden, da seine Hand oft so stark verkrampfte, dass er sie nicht mehr öffnen konnte etc. Die größten Schmerzen seien nach ca. 8 Tagen abgeklungen, sämtliche Beschwerden erst nach 5 Wochen...