Vielen Lieben Dank an Stefan Feiler der mir erlaubt hat seinen Workshop hier zu veröffentllichen.

Präparation einer Toten Spinne Teil 1:

In diesem Hobby kommt es natürlich duch Krankheit oder Alter immer wieder dazu, dass ein Tier stirbt. Ich persönlich finde es meist zu schade, das Tier einfach wegzuschmeissen oder zu begraben. Deshalb präpariere ich tote Spinnen und andere Arthropoda. Mit folgendem möchte ich hier zu eine Anleitung geben.

Vorab ein paar Bemerkungen:


CTS ist ein sogenanntes Exsikationsmittel.
Es konserviert Tiere, indem das Körperinnere ausgetrocknet, oder besser plastiniert wird.
Die organischen Bestandteile werden in einer chemischen Reaktion verfestigt und so haltbar gemacht.

Ist die Präparation abgeschlossen, so ist es sinnvoll das Präparat, je nach Größe, mehrere Tage bis Wochen
warm, trocken und dunkel zu lagern damit das Ergebnis optimal wird.

Doch nun zu meiner Anleitung:
Als erstes sollte man die entsprechenden Utensilien haben:

- Mehrere Pinzetten
  (auch Federstahlpinzetten für die Feinheiten)
- Eine Spritze mit mehreren Kanülen in verschiedenen Stärken, je nach Größe des Tiers
- Küchenrolle
- Einige feine Nadeln
  (Insektennadeln oder einfache Stecknadeln. Für größere Tiere auch etwas in Richtung
  Rouladenspieß)

- Bei Skorpionen o.Ä. ist Draht zur Stabilisierung sinnvoll
  (wird in dam Fall von den Beißwerkzeugen bis ins Telson durchgeschoben und so kann der
  Körper stabil geformt werden)

- Und last but not least natürlich CTS, erhältlich hier

- ACHJA: ein totes Tier wäre vorteilhaft........

So wie hier mein Aphonopelma seemanni Männchen:

Was die Menge des aufzuziehenden Präparationsmittlels angeht richte mich etwa nach der KL.
D.h. 3cm KL = 3ml Mittel aufziehen.
Es wird etwas weniger benötigt, so dass man eine kleine Reserve hat.

Nun wird das Tier aus der Sterbehaltung in eine halbwegs normale Haltung gebracht und auf den Rücken gelegt:

Nun erfolgt der erste Stich zwischen den Chelizeren.
Dabei wird unter leichtem Druck und Bewegung der Kanüle der Vorderkörper ausgespritzt.
Die optimale Füllmenge ist erreicht, wenn sich die Beine durch den Überdruck etwas strecken:

Der zweite Einstich erfolgt an der Unterseite des Hinterkörpers.
Dabei ist es verlockend zwischen den Spinnwarzen zu stechen.
Dies sollte allerdings unterlassen werden, da dabei der Darm meist perforiert wird und so durch den Überduck im Inneren die Exkremente herausgedrückt werden, was zu unschönen beige-weißen Flecken führt.
Hier wird ebenfalls unter hin- und herbewegen der Kanüle das Mittel im Hinterleib verteilt:

Nun zum schwierigsten Teil: Die Beine!
Dazu empfehle ich an einem Taster anzufangen und sich rundum vorzuarbeiten.
Der Einstich sollte an dem Gelenk zwischen Trochanter und Femur gesetzt werden.
Das Bein wird hierbei gestreckt und die Kanüle soweit wie möglich ins Bein verbracht.
Beim Herausziehen wird eine geringe Menge CTS ins Bein gespritzt:

Bei all diesen Schritten ist darauf zu achten, ob Präparationsflüssigkeit durch den Überdruck nach Abziehen der Nadel austritt und diese umgehend mit dem bereit gelegten Küchenpapier abgetupft werden.
Die Flüssigkeit sollte möglichst nicht an der Oberfläche der Spinne verlaufen, da hierbei Flecken entstehen und die Haare verkleben.
Sind nun alle Körperteile ausgespritzt, wird die Spinne sanft zwischen 2 Lagen Küchenrolle etwas gedrückt, um ein Auslaufen des Mittels im Nachhinein zu verhindern.